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Kommentar Finanzbericht (Konzern)

Kuoni Steigert Umsatz Und Ertragskraft Deutlich

Die Kuoni-Gruppe hat sich im Geschäftsjahr 2011 in einem sehr herausfordernden Umfeld gut behauptet. Dank gesteigerter Nettoerlöse und trotz einmaliger Akquisitions- und Integrationskosten für Gullivers Travel Associates (GTA) verbesserte sich das Ergebnis gegenüber dem Vorjahr deutlich. Das Marktumfeld war vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Lage und der politischen Umwälzungen im arabischen Raum, insbesondere für die Reiseveranstalteraktivitäten in Europa, anspruchsvoll. Die Nettoerlöse der Kuoni-Gruppe beliefen sich im Berichtsjahr auf CHF 5 111 Mio., was einer nominellen Steigerung von 28% entspricht. Durch die starke Aufwertung des Schweizer Frankens minderten sich die Nettoerlöse um 8.3%. Akquisitionen steigerten den Konzernumsatz um 35%. Die organische Nettoerlösentwicklung betrug + 1.2% und war getrieben von anhaltend starkem Wachstum der Division Destinations, von Asien und von VFS Global. Das Betriebsergebnis (EBIT) verbesserte sich um 27% auf CHF 74.2 Mio. (Vorjahr: CHF 58.4 Mio.). Der EBIT vor Kosten für das Investitions- und Kostensenkungsprogramm, planmässigen Amortisationen von akquisitionsbedingten immateriellen Anlagen sowie Akquisitions- und Integrationskosten von GTA belief sich auf CHF 168.9 Mio. (Vorjahr: CHF 127.1 Mio.). Das Konzernergebnis betrug CHF 33.3 Mio. (Vorjahr: CHF 23.2 Mio.).

Zunhehmende Unsicherheiten An Den Finanzmärkten Bremsen Globales Wirtschaftswachstum

Die weltweite konjunkturelle Entwicklung hat sich im Verlauf des Geschäftsjahres 2011 stark verlangsamt. Der Verlust der Wachstumsdynamik ist zurückzuführen auf mehrere negative Impulse im ersten Halbjahr wie die Unruhen in den Ländern Nordafrikas und der Arabischen Halbinsel, das zerstörerische Erdbeben und der Tsunami in Japan und damit verbunden die Nuklearkatastrophe von Fukushima sowie die Unsicherheiten an den Finanzmärkten infolge der Staatsschuldenkrise in Europa. Befürchtungen hinsichtlich einer möglichen erneuten Rezession in den entwickelten Märkten führten zu starken Vertrauensverlusten unter Investoren und Konsumenten. Demgegenüber blieben die Schwellenländer die entscheidende Triebkraft für das weltweite Wirtschaftswachstum. Die Unsicherheit über die Konsequenzen der Staatsverschuldung in Europa hatte unter anderem eine hohe Volatilität der Währungen gegenüber dem Schweizer Franken zur Folge. Dieser erreichte bis zur Intervention der Schweizerischen Nationalbank am 6. September 2011 insbesondere gegenüber dem Euro und dem US-Dollar neue Höchstwerte.

Weltweiter Tourismus Trotzt Gedämpftem Globalem Wirtschaftswachstum

Der weltweite Tourismus entwickelte sich trotz der sich allgemein eintrübenden Wirtschaftslage und diversen unvorhersehbaren negativen Ereignissen vorwiegend positiv. Die World Tourism Organization (UNWTO) erwartete für das Geschäftsjahr 2011 ein Wachstum der internationalen Ankünfte von 4.4% (Quelle: UNWTO, Januar 2012). Damit hält die im Vorjahr begonnene generelle Erholung der touristischen Märkte an. Der Tsunami und die darauffolgende Nuklearkatastrophe in Japan sowie die politischen Umwälzungen in Nordafrika und der Arabischen Halbinsel hatten spürbaren Einfluss auf den Tourismus. Daneben belasteten höhere Kosten, vor allem im Zusammenhang mit dem gestiegenen Ölpreis, die geringen Margen im wettbewerbsintensiven Reisesektor. Die politischen Veränderungen in Nordafrika erklären denn auch Verschiebungen des Wachstums zwischen den Regionen und eine Angleichung zwischen entwickelten Märkten und Schwellenländern, nachdem diese in den vergangenen Jahren das weltweite Wachstum im Tourismus angetrieben hatten. Mit Ausnahme des Nahen Ostens und Nordafrika entwickelten sich alle Regionen positiv. Ankünfte in Europa stiegen überdurchschnittlich stark, da Südeuropa von zusätzlichen Touristen im Zusammenhang mit den Unruhen in Nordafrika und der Arabischen Halbinsel profitierte. Auch in Asien verlief die Entwicklung trotz der Katastrophen in Japan insgesamt positiv.